La Réunion

Lou schläft und ich habe etwas Zeit mich zu belesen.

Wo sind wir hier eigentlich? Am südlichsten Zipfel Europas – irgendwie.

La Réunion liegt im Indischen Ozean, östlich von Madagaskar und 45 Flugminuten südlich von Mauritius. Wir reden hier von mehr als 10.000 km Entfernung oder guten 15 Stunden Flug von Europa aus. Und dennoch gehört La Réunion zu Europa. Es ist französisches Gebiet und das fällt sofort auf. Anstatt über holprige Straßen zu poltern, fährt man in Réunion auf der Autobahn. Es ist ein bisschen so als würde sich Frankreich ein teures Ferienhaus halten. Denn das meiste Geld kommt vom Festland.

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Bezahlt wird in Euro, EC- und Kreditkarten sind überall gern gesehen. Das Preisniveau ist sehr hoch. Erschreckend hoch. Ein Esspresso am Strand kostet 4 Euro, Milch im Supermarkt 90 Cent, und die klassische Windelpackung 21! Euro.

Für die Einreise wird kein Visum benötigt, es reicht sogar der Personalausweis. Aber als Pass-Stempel-Sammler legte ich natürlich meinen Pass vor. Die Zeitverschiebung zu Deutschland beträgt nur zwei Stunden im Sommer bzw. drei Stunden in unserem Winter. Für Réunion sind keine Impfungen notwendig, man kann alles essen und trinken, es gibt keine giftigen Tiere und ohnehin ist es auf der Insel recht sicher. Selbst die Steckdosen sind bekannt und wir brauchen keinen Adapter.

Vieles ist also vertraut, obwohl mehr als 10.000 km von zuhause entfernt. Die andere Seite der Medaille ist, dass es der Insel somit etwas an Exotik fehlt, die erhoffe ich mir auf Mauritius.

La Réunion ist ein Melting Pot. Auf insgesamt 2512 Quadratkilometer leben 709.470 Menschen – Franzosen, Inder, Chinesen und Afrikaner. Die Amtssprache ist Französisch, Verkehrssprachen sind Kreolisch, Tamil und Chinesisch. Die Réunionesen sind stolz auf ihre Insel und ihre kreolische Abstammung. Gleichzeitig sind sie froh, ein Teil Frankreichs zu sein.

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Auf Réunion ist es tropisch und ganzjährig warm. Es gibt keine echte Regenzeit und auch der Winter (Juni bis August) hat nichts mit dem zu tun, was wir uns unter Winter vorstellen. Irritierend, gefährlich beim Wandern und immer wieder ein besonderer Anblick sind die unzähligen Mikroklimata. Wir stehen am Strand und wenige Kilometer hinter uns hängen die dunklen Wolken tief aber sie bleiben an den Hängen kleben und erreichen uns nicht. Bei viel Wind fühlt man Sprühnebel auf der Haut. In St. Denis hat es vor der Haustür in Strippen geregnet, genau 1000 Meter weiter war es absolut trocken. Das Wetter kann je nach Ort sehr unterschiedlich sein und schnell umschlagen. Was besonders beim Wandern gefährlich werden kann.

Und genau dazu ist diese Insel geschaffen. La Réunion gehört zu der Gruppe der Maskaren und ist durch vulkanische Aktivität vor rund drei Millionen Jahren an der Meeresoberfläche erschienen. Die Basis der Insel liegt in zirka 4.000 m Tiefe. Durch das Auseinanderdriften der afrikanischen und indischen Kontinentalplatte tritt hier immer noch und das seit seit rund fünf Millionen Jahren Magma aus der Erdkruste aus. Der erloschene Geburtsvulkan ist der Piton de Neiges, mit 3.069 der höchsten Berg der Insel und des gesamten indischen Ozeans. Er steht innerhalb der eingestürzten Magmakammer von damals. Die drei grossen Talkessel Salazie, Cilaos und Mafate im Nordosten der Insel wurden bei diesem Ereignis gebildet. Und ich freue mich jetzt schon auf ihren Anblick! Der 2.631m hohe Piton de la Fournaise im Südosten der Insel ist einer der aktivsten Vulkane der Erde. Das letzte Mal flossen 2007 Lavaströme in Richtung Meer.

1513 von dem Portugiesen Pedro de Mascarenhas entdeckt, wurde die Insel 1638 als Île de Bourbon von Frankreich in Besitz genommen und seit 1665 besiedelt. Von 1715 an führte der Kaffeeanbau zur massiven Einfuhr afrikanischer Sklaven, die Insel erlebte einen Wirtschafts- und Bevölkerungs-Boom. 1793 erhielt sie den Namen La Réunion und 1848 wurde die Sklaverei abgeschafft. 1946 bekam die Insel den Status eines französischen Départements, und seit 1982 ist sie eine Région d’outre-mer (Überseedepartement).

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3 Gedanken zu “La Réunion

  1. liebe Paula, das hätte ich Dir alles vorher sagen können, Mauritius ist nur wenig besser und preiswerter. (mit Außnahme der nobel Resorts kannst Du Mauritius.vergessen), men Tipp, von La Réunion gibt es einen Direktflieger auf die Madagaskar Insel Nosy Be, dort ist es zwar für Madagaskar Verhältniise recht touristisch, aber noch sehr exotisch, absolut preiswert, Visa am Flughafen für 30 Tage kostenlos, länger mit Gebühr. Ungefährlich. Lemuren, Makis und Chamäleons siehst Du garaniert. Ich habe das 2013 so gemacht und war begeistert. Siehe meine Bilder auf der Webseite.
    Ich wünsche Dir eine schöne Zeit, mehr Infos bei Befarf.
    Klaus Fahlbusch

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